Kommt, Gott sendet uns als Boten aus

So lautet der Titel des Weihnachtssingspiels von Dietrich Lohff, das von Kinder- und Gemeindechor, Instrumentalisten sowie den Gemeindemitgliedern am 3. Advent in der neuapostolischen Kirche in Oberndorf aufgeführt wurde.

Die Kinder erlebten als Hirten die eigentliche Begebenheit des Weihnachtsfestes, die Geburt des Gottessohnes, auf der Bühne; ein kleines Mädchen und eine alte Frau hatten sich ihnen angeschlossen. Während die beiden zurückgelassen wurden und gemeinsam über die Schafe wachten, machten sich die Hirten des Nachts auf den Weg Richtung Bethlehem. Doch schnell wurden sie von der frohen Kunde der Engel überrascht, die die Geburt des Gottessohnes verkündeten und Gott lobten. Fasziniert von diesem Erlebnis berichteten sie der alten Frau und dem kleinen Mädchen von diesem wundersamen Ereignis, sodass sich alle gemeinsam auf den Weg zur Krippe nach Bethlehem machten, um zu sehen, was ihnen von den Engeln verheißen worden war. So, wie zunächst die Hirten Boten der Geburt des Sohnes Gottes waren, machten sich zum Ende des Singspiels alle auf den Weg, die Ankunft des Herrn zu verkündigen – Gott sandte sie als Boten aus.

"Gott sendet seine Boten aus" war zugleich das wiederkehrende Thema, das von den Akteuren mit verschiedenen Texten im Verlauf des Singspiels wiederholt gesungen wurde – zuletzt mit der Aufforderung an alle: "Gott sendet uns als Boten aus." Dazwischen wechselten sich, eingebettet in verschiedenste Szenen, die musikalischen Beiträge des Kinder- und Gemeindechores ab. Der Komponist Dietrich Lohff, der seine freundliche Genehmigung zur Aufführung des Werkes erteilt hatte, hatte dieses Bühnenstück ursprünglich für einen Kinderchor geschrieben, doch nach der Bearbeitung von Philipp Seidel konnte auch der Chor drei- und vierstimmige Sätze vortragen.

Nach ca. 35 Minuten verklang der letzte Titel und alle Mitwirkenden wurden mit Beifall belohnt.

Daran anschließend sangen Chor und Konzertbesucher gemeisam das Weihnachtslied "O du fröhliche". Abgerundet wurde das Programm von Gemeindechor, Jugendchor und den Instrumentalisten mit einigen wenigen weihnachtlichen Titeln, angefangen von "Freue dich, Welt" bis hin zu "Sind die Lichter angezündet". Schlusstitel des Programmes war eine Vertonung von Georg Friedrich Händels "Glory to God", die der südafrikanischen Chormappe entnommen ist. Der Chor brachte dabei, begleitet durch die Orgel, sowohl den englischen als auch einen hierfür übersetzten deutschen Text zu Gehör.

Nach dem Applaus der Zuhörer sprach der Gemeindevorsteher, Evangelist Thomas Knolle, ein Gebet und brachte allen Anwesenden seine Wünsche für ein friedvolles und besinnliches Weihnachtsfest entgegen.

Als Zugabe sang der Chor vier Strophen einer Vertonung des Gedichtes "Von guten Mächten treu und still umgeben" von Dietrich Bonhoeffer. So, wie dieser Weihnachtsgruß aus dem Jahr 1944 den Empfängern besonders Mut zusprechen sollte, wollten die Mitwirkenden dieses Gefühl auch solchen Zuhörern vermitteln, denen aufgrund verschiedener Umstände besonders am Weihnachtsfest das Gefühl von Freude, Frieden und Harmonie nicht immer gegenwärtig ist.

"Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
<br/>Noch will das Alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das Du uns bereitet hast.
<br/>Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.
<br/>Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag."

Text: P.S. / Fotos: A.L.