Besinnlicher Advent in hektischer Zeit

Mehr als 120 Gäste, Gemeindemitglieder und Mitwirkende waren zusammengekommen, um am 3. Advent in der neuapostolischen Kirche in Oberndorf das diesjährige Adventskonzert zu erleben.

Das hektische Treiben unserer Zeit lässt die leisen und besinnlichen Momente in unserem Leben oftmals sehr kurz kommen. Auch der Advent, eigentlich als Zeit der Vorbereitung und Besinnung auf das Weihnachtsfest gedacht, ist vielerorts von Stress angefüllt. Die Konzertbesucher waren zusammengekommen, um in eben diesem hektischen Zeitabschnitt ein besinnliches Musikprogramm zu erleben. Neben schönen Tönen und Klängen sollte jeder auch eine besondere Stimmung mitnehmen und die Botschaft, dass Advent ja eigentlich viel mehr ist als die aufregenden und von Kommerz geprägten vier Wochen vor Weihnachten.

Der Gemeindechor eröffnete das Konzert mit dem bekannten Titel "Tochter Zion" von G.F.Händel in einer Bearbeitung für Violine, Orgel und gemischten Chor. Nachdem das erste Stück verklungen war, begrüßte Evangelist Knolle, der Vorsteher der Gemeinde Oberndorf, alle Anwesenden. Er wies auf die Unruhe in der Adventszeit hin und verband mit seinen Ausführungen den Wunsch, dass es allen Zuhörern gelingen möge, einmal zur Ruhe zu kommen und die Gedanken schweifen zu lassen, um sich auf den wahren Grund des Weihnachtsfestes zu besinnen: die Geburt Jesu Christi.

Im weiteren Programmverlauf erklangen zahlreiche bekannte Weihnachtslieder in bearbeiteter Form. Besondere Freude bereitete der Gesang des Kinder- und Jugendchores aus den beiden "Holzlandgemeinden" Hermsdorf und Oberndorf. Neben einzeln vorgetragenen Titeln brachten die Kinder und Jugendlichen gemeinsam den "Kleinen Trommlerjungen" in einer Bearbeitung für Kinder- und Jugendchor zu Gehör, untermalt durch das rhythmische Trommeln der Djembe.

Alle Anwesenden wurden nicht nur am Ende, sondern auch mitten im Konzert einbezogen und sangen gemeinsam mit dem Gemeindechor die vierte Strophe aus "Herbei, o ihr Gläubigen" nach einer Bearbeitung von David Willcocks. Daran anschließend erklangen einige ruhige Titel, welche die Geburt Jesu in ihrer Ärmlichkeit und Bescheidenheit beschrieben.

Es folgte ein Titel des Jugendchores, der nicht nur im Konzert alle Anwesenden bewegte, sondern auch über das Konzert hinaus viele Zuhörer und Mitwirkende zum Nachdenken anregte: "Weihnachten ist leise." Darin kommt zum Ausdruck, dass Weihnachten eben nicht nur all die kalten und bunten Lichter bedeutet, die unseren Blick weg von den wirklich wichtigen Dingen lenken. Oftmals sei es sogar so, dass wir mit "Walkman auf den Ohren" und "Bildschirmen vorm Gesicht" unseren Nächsten weder sehen noch sprechen hören. Vielmehr ist Weihnachten die leise Zeit, in der die stillen Momente zählen und in der die Erde dunkel und ohne Verstehen bleibt, wenn wir nicht im Fremden unseren Bruder erkennen. So sollte das Weihnachtsfest uns dazu anregen, Hören zu lernen und ohne Streit zueinander zu finden, denn die "schönste aller Gaben ist, sich zu verstehen."

Zum Ende des Konzertes erklangen zwei Vertonungen, welche die Verkündigung der Engel an die Hirten auf dem Feld zum Inhalt hatte. Neben all diesen vokalen Darbietungen wurde besonders auch durch die feinfühligen Klänge der Violine und der Bariton-Tuba in Verbindung mit dem Klavier eine schöne Stimmung vermittelt.

In seinen Schlussworten griff Bezirksältester Standke nochmals den Begriff "leise" auf und verband mit seinen Ausführungen den Wunsch, dass die stille Andacht und die warmherzige Atmosphäre des Konzertes uns im hektischen Leben unserer technisierten Zeit auch die Sehnsucht nach Ruhe, die in vielen von uns steckt, stillen kann.

Bereits eine Woche vorher, am zweiten Advent, waren die Sänger der Gemeinde Oberndorf im Alten- und Pflegeheim in Kraftsdorf/OT Harpersdorf zu Gast gewesen. Sowohl die Bewohner als auch die Pflegekräfte des Hauses waren vom Gemeindechor mit weihnachtlicher Musik erfreut worden. Diese schöne Tradition zur Adventszeit existiert nun schon seit nahezu zehn Jahren.

P.S. / Fotos: A.L., T.K.