Adventskonzerte 2011 in Hermsdorf

Wer sich am Sonntag, dem 4. Dezember und am darauffolgenden Samstag, dem 10. Dezember dazu entschlossen hatte, zu einem der Adventskonzerte in die neuapostolische Kirche in Hermsdorf zu gehen, den erwartete ein facettenreiches Programm in weihnachtlicher Atmosphäre.

Die Kerzen in den Fenstern schimmerten warm zu bekannten Weihnachtsliedern und der gut gefüllte Saal lauschte gespannt den Ausführungen von Jung und Alt. Das Streichorchester schaffte mit "Nun singet und seid froh" einen gelungenen, freudigen Einstieg und öffnete die Gemüter des Publikums. Nach einem Gebet und einigen willkommen heißenden Worten von Vorsteher Jürgen Hinzke betraten auch schon die Kleinsten "die Bühne" und sangen freudig das walisische Weihnachtslied "Schmückt den Saal mit Palmenzweigen". Abgelöst wurde der Kinderchor vom Gemeindechor mit "Macht hoch die Tür" und "Wie soll ich dich empfangen".

In einem abwechslungsreichen Programm luden Solisten, sowie Männer- und Frauenchor oder auch die Blockflötengruppe die Zuhörer ein, einmal für eine gute Stunde abzuschalten und sich zu besinnen. Da es gerade in der Vorweihnachtszeit oft sehr hektisch zugeht, bleibt für ruhigere Stunden meist gar nicht viel Zeit, um diese so wichtige und auch schöne Zeit im Jahr zu genießen. Mit dem Männerquartett, das "Maria durch ein Dornwald ging" vortrug, war dieses Genießen und Loslassen ohne Zweifel möglich. Aber auch das Orgelstück "Cantilena" von Robert Jones erfüllte den Saal mit seinen Klängen und verbreitete eine feierliche Stimmung.

Den Höhepunkt setzte das letzte Stück des Programms. Alle Mitwirkenden trugen eine Bearbeitung von "Herbei, o ihr Gläubigen" vor. So konnten Gemeinde- und Kinderchor sowie Orgel und Streichorchester einen unvergesslichen Schlusspunkt setzen, der mit einem begeisterten Applaus belohnt wurde.

Wie bereits angesprochen wird der Dezember und somit die Vorweihnachtszeit meist von Stress und Unruhe beherrscht. Eigentlich sollte das nicht so sein. Die Straßen und Geschäfte sind gefüllt. Der Einzelhandel ist froh, wenn das Geschäft brummt und der Rubel rollt. Viele vergessen oder wissen gar nicht mehr, was Weihnachten überhaupt ist oder warum diese Zeit des Jahres gefeiert wird. Vorsteher Jürgen Hinzke bezog sich darum in seinen abschließenden Worten am Ende des Konzerts auf die Erzählung "Das Kreuz von Bethlehem" von Wolfgang Weyland. Jesus Christus, der Sohn Gottes, wurde Weihnachten geboren, um der Menschheit Gott näher zu bringen und sie Liebe, Frieden, Vertrauen und Gerechtigkeit zu lehren. An Karfreitag opferte er sich, um für die Sünden der Menschen zu sühnen. Ostern ist er auferstanden und hat auch uns ewiges Leben zugesagt, so heißt es in der Erzählung. Es ist also ein Zyklus, den man nicht getrennt voneinander betrachten darf. Und so sollte uns auch bewusst sein, dass man sich vielleicht besonders in dieser Zeit, sich seinem Nächsten zuwenden sollte, um zu schauen was dieser bedarf.

Das Gedicht "Die Geschenke der Weihnacht" von Jörg Zink, das auch zum Vortrag gebracht wurde, spricht dieses Thema der aufrichtigen Nächstenliebe an. Denn es sind nicht immer große materielle Geschenke, die ein Menschenherz erfreuen können. Es kann die Nähe eines Anderen oder für jemanden, der hungert, ein Stück Brot sein. So formuliert es Zink treffend in seinem Gedicht.

Man kann also abschließend sagen, dass die Adventskonzerte in der neuapostolischen Kirche Hermsdorf mehr waren als nur ein einstündiges Programm mit Weihnachtsliedern. Vielmehr war es ein Aufrütteln, das Zuhörer sowie Vortragende auf den wahren Wert der Weihnacht hingewiesen und noch einmal mehr deutlich gemacht hat, wie wichtig es ist, dankbar zu sein. Auch in erster Linie für alles das, was Gott uns schenkt - und das nicht nur an Weihnachten.

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