Letzte konzertante Möglichkeit zur Abendmusik genutzt

Die Orgel in der Gemeinde Hermsdorf wurde 1968 von der Orgelbauanstalt Rudolf Böhm, Gotha, gebaut. Nun erklang sie vermutlich das letzte Mal im Rahmen eines Konzertes. Ins neue Kirchengebäude, das demnächst in Hermsdorf entstehen soll, wird sie nicht mit ziehen. Dort wird ein hochwertiges elektronisches Instrument eingebaut.

Und so erklang die Orgel im Rahmen dieser Abendmusik überdurchschnittlich oft im Vergleich zu vorangegangenen Konzerten. Der Vorsteher der Gemeinde, Hirte Jürgen Hinzke, wünschte zu Beginn allen eine Stunde des Besinnens auf Wichtiges und Wesentliches.

Das Programm hatte für jeden etwas dabei, die Werke waren barock-neuzeitlich, vor allem aber romantisch, also aus der Epoche der Romantik, die weithin mit Begriffen wie innig, gefühlsbetont oder sogar majestätisch verbunden wird. Es gab ernste und freudige Stücke.

Begonnen wurde vom Chor der Gemeinde Hermsdorf und der Instrumentalgruppe des Kirchenbezirkes mit dem Lied „Komm her, freu dich mit uns“ von Charles Swinnerton Heap, einem Organisten und Komponisten aus England, Ende des 19. Jahrhunderts. Trotz der hohen Temperaturen, die an diesem Abend noch herrschten, gelang es den Sängern, erfrischend zu beginnen. Weiter ging es mit dem ersten Orgelstück (Entree E-Dur) von Cesar Franck, der als einer der bedeutendsten französischen Komponisten, Lehrer und Organisten der Romantik gilt.

Neben bekannten Liedern aus unserer Chormappe („Anbetung will ich, Herr, dir bringen“ oder „Meine Seele ist stille zu Gott“) erklangen auch reine Instrumentalstücke u.a. von Johann Christof Schultze, einem deutschen Kapellmeister und Komponisten. Das nächste Orgelstück war „Freu dich sehr, oh meine Seele“, von Sigfrid Karg-Elert, der einmal Professor für Musiktheorie und Komposition in Leipzig war.

Gerade beim dritten reinen Orgelstück (Monolog Nr. 1 von Joseph Gabriel Rheinberger), zeigte Organist Steffen Lorenz noch einmal eindrucksvoll, was das Hermsdorfer Instrument kann. Beim folgenden „Verleih uns Frieden“, dargeboten vom Gemeindechor und der Instrumentalgruppe, kam Gänsehautfeeling auf. Beendet wurde das Konzert mit zwei Werken von Bernhard Klein („Auf dich, o Herr“, „Der Herr ist mein Hirt“), und man kann nur hoffen, dass diese Stunde wirklich für die Zuhörer eine Stunde zur Besinnung auf das Wesentliche war.

S.B./ Fotos: C.F.