Neue Kirche – Neue Orgel – Prominenter Gast: Furioses Orgelkonzert mit Martin Mans

Während das Jahr 2016 für die Neuapostolische Kirche in Hermsdorf mit dem Bezug des neuen Gebäudes, dem Weihegottesdienst und ersten Konzerten mit vielen Höhepunkten versehen war, hielt das noch recht junge Jahr 2017 am 12. Februar ein weiteres musikalisches Highlight bereit: Mit dem renommierten Organisten Martin Mans aus den Niederlanden war einer der bekanntesten Orgelvirtuosen unserer Zeit in unserer Kirche zu Gast. Über persönliche Verbindungen zu einem unserer gemeindlichen Organisten wurde bereits im Sommer 2016 ein Konzerttermin vereinbart.

Der große Tag kam schnell heran und die Vorfreude und Spannung war spürbar. Die erlebten Eindrücke haben die hohen Erwartungen bei Weitem übertroffen. Obgleich der Organist mit seiner Titelauswahl weniger die Freunde der ernsten Orgelmusik ansprach und barocke Klänge weniger zu hören waren, erlebten wir einen furiosen Konzertnachmittag, der alle Facetten und Klangfarben der neuen Hauptwerk-Orgel in eindrucksvoller und unvergesslicher Art und Weise erklingen ließ.

Mit abwechslungsreichen Improvisationen kamen u. a. Melodien zu Gehör, die auch in der Neuapostolischen Kirche nicht unbekannt sind: „O großer Gott“ (How great thou art), „Herr, bleib bei mir“, „Herz und Herz vereint zusammen“ oder „Wie groß ist des Allmächt‘gen Güte“. In feinfühliger Art und Weise wurden diese mit den zarten Flöten- und Streicherregistern des Samples der romantischen Cavaillé‐Coll-Orgel aus der Abtei in Caen einfühlsam vertont, während die Titel oftmals mit majestätischen und prachtvollen Phrasen endeten, die mindestens vom gesamten Plenum abdeckt wurden. Weiterhin improvisierte Martin Mans über die von ihm selbst geschriebene „Katarinasinfonie“, über Motive von Ludwig van Beethoven sowie Kirchenchoräle, die eher im niederländischen Raum bekannt sind.

Nicht fehlen durften auch bekannte Werke klassischer Orgelmusik: Es wurden beispielsweise die „Toccata“ aus der „Suite Gothique“ von Leon Boëllmann, die Nimrod-Variation Nr. 9 aus den „Enigma-Variationen“ von Edward Elgar oder das „Air“ von Johann Sebastian Bach vorgetragen. Besonders zum Schnunzeln regte „Der Kuckuck und die Nachtigall" von Georg Friedrich Händel an – man konnte das Singen der Vögel in den Intervallen und Tonfolgen ganz deutlich heraushören. Der gekonnte Wechsel zwischen langsamen, feinfühligen Passagen und schnellen, imposanten Abschnitten machte deutlich, dass mit Martin Mans tatsächlich ein Meister der Orgelmusik in unserer Kirche zu Gast war. Mit gemeinsamem Gesang zu Beginn und zum Ende des Konzertes konnten sich auch alle Anwesenden aktiv am musikalischen Programm beteiligen.

In der Konzertpause gab es bei Getränken im Foyer ausreichend Gesprächsstoff, während sich andere Zuhörer im Kirchensaal die neue Orgel anschauten oder eine CD des Organisten erwerben konnten.

Nach etwa zwei Stunden war der letzte Ton des abwechslungsreichen und äußerst kurzweiligen Konzertes verklungen, doch die Konzertbesucher forderten mit ihrem lang anhaltenden Applaus eine Zugabe ein - eine Bitte, welcher der Organist gern nachkam.

Die Begeisterung und Hochachtung der anwesenden Personen, die zahlreiche positive Resonanz auf das Gehörte und die vielen anwesenden Personen aus Hermsdorf und Umgebung bewiesen eines: Mit Orgelmusik lässt sich auch heute eine Neuapostolische Kirche füllen. Dies zeigte sich nicht zuletzt an der Spendenbereitschaft der anwesenden Personen, sodass eine stattliche Summe erzielt wurde, die zur Mitfinanzierung des Konzertes genutzt werden konnte.

Das Jahr hat eindrucksvoll begonnen – weitere Höhepunkte sind schon in Planung.